XML
Was ist XML?
XML steht für „Extensible Markup Language“ und ist eine medienneutrale Auszeichnungssprache zur Beschreibung von Daten in Textform. Anders als HTML definiert XML keine festen Tags, sondern erlaubt das Erstellen beliebiger eigener Elemente. Dadurch dient XML als universelles Format für Datenaustausch und -speicherung.
Bedeutung und Merkmale
XML trennt strikt Inhalt und Darstellung und basiert auf Unicode oder ASCII, sodass Dokumente von Mensch und Maschine gleichermaßen gelesen werden können.
Wesentliche Merkmale von XML:
- Hierarchischer Aufbau mit verschachtelten Elementen
- Beliebige Tag-Namen und Attribute
- Textbasiert und plattformunabhängig
- Trennung von Struktur und Layout
Aufbau und Funktionsweise
Ein XML-Dokument beginnt meist mit einer Deklaration und kann durch DTDs oder XML-Schemata validiert werden. Bestandteile sind:
- Prolog: <?xml version=“1.0″ encoding=“UTF-8″?>
- Elemente: <tag attribut=“Wert“>Inhalt</tag>
- Attribute: Schlüssel–Wert-Paare in öffnenden Tags
- Entitäten und Kommentare
Durch solche Strukturen lässt sich XML flexibel an unterschiedliche Datenmodelle anpassen.
Entstehung von XML
XML wurde Anfang der 1990er Jahre vom World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt, um die Grenzen von HTML bei komplexen Daten darzustellen. Ziel war eine offene, erweiterbare Sprache, die sowohl für Menschen als auch Maschinen verständlich ist.
XML im Vergleich zu HTML
| Aspekt | XML | HTML |
|---|---|---|
| Tag-Bedeutung | Keine vordefinierten Tags | Feste Tags mit spezifischer Funktion |
| Erweiterbarkeit | Beliebige eigene Elemente möglich | Begrenzte Menge vordefinierter Elemente |
| Struktur | Streng hierarchisch und wohlgeformt | Lockerer Umgang mit Verschachtelung |
Einsatzbereiche
XML ist in vielen Bereichen unverzichtbar:
- Datenaustausch zwischen Systemen (Webservices mit WSDL)
- Synchronisation und Kalenderdaten (SyncML)
- Darstellung mathematischer Formeln (MathML)
- Netzwerkdaten-Austausch (GraphML)
- Finanzberichte (XBRL)
Eine der bekanntesten Anwendungen im Web ist die XML-Sitemap, die Suchmaschinen hilft, Websites strukturiert zu indexieren.
Bearbeitung und Prüfung
Zur Arbeit mit XML stehen spezialisierte Editoren bereit, die Syntaxhervorhebung und Validierungsfunktionen bieten. Für die Kontrolle von Wohlgeformtheit und Gültigkeit nutzt man XML-Validatoren:
- XML-Deklaration und Dokumenttyp (DTD/XSD) definieren
- Editor mit Schema-Abgleich verwenden
- Online-Validator oder lokale Tools einsetzen
Fazit
Als flexibles, medienneutrales Format ermöglicht XML eine standardisierte Datenbeschreibung und -übertragung. Seine Erweiterbarkeit und breite Unterstützung in Tools machen es zum zentralen Element moderner Datenintegration.